Notre Carmen

In einem archaischen Raum, in dem Tod und Tanz das Gleiche bedeuten, erzählt das Musiktheaterkollektiv HAUEN•UND•STECHEN Carmens fürchterliche Geschichte. Der moderne Mythos wird zu einem kollektiven Schmerz und Bizets Musik spielt für eine Carmen-Gesellschaft. In dieser Nacht erklingen Harfen, Flöten und Trompeten und alle, auch das Publikum, werden zu Komplizen.

 

Ihr Hunger nach einem besseren Leben macht unsere Carmens zu einem Zuviel, zu Monstern. Sie scheuen die Bürokratie und waschen sich selten. Das hat Konsequenzen: Ihr Leben, das den Tod nicht fürchtet, ist zwar fulminant, aber sie haben immer noch kein Geld. Sie haben längst verstanden, dass sie nicht frei sind. Trotzdem loten sie obsessiv Strategien der Freiheit aus. Vielleicht müssen diese Strategien am Ende in Tausend Stücke zerspringen, aber ihre Splitter treffen das Ziel.

 

Selbstvergessen singen und tanzen die Protagonisten ihr kollektives Schicksal: Zuerst liebt man sich, dann liebt man sich nicht mehr. Das Größte steht noch bevor, dann, wenn man einander nicht mehr liebt.

 

mit Angela Braun (Sopran) | Valentin Bezençon (Tenor) | Thorbjörn Björnsson (Bariton) | Gina-Lisa Maiwald, Günter Schanzmann (Schauspiel) | Roman Lemberg (Klavier, Akkordeon) | Louis Bona (Viola) | Eri Hatanaka (Harfe) | Shin Joo Morgantini (Flöte) | Maria Buzhor, Franziska Kronfoth, Julia Lwowski (Performance)

 

Regie: Franziska Kronfoth | Bühne und Kostüme: Christina Schmitt | Musikalische Leitung: Roman Lemberg | Dramaturgie: Maria Buzhor | Choreographie: Julia Lwowski | Komposition: Louis Bona | Video: Martin Mallon | Lichtdesign: Konrad Dietze | Produktionsleitung: Laura Hörold | Regieassistenz: Marie Roth | Ausstattungsassistenz: Charlotta Hench | Ausstattungshospitanz: Mia Lehrnickel | Fotografie: Thilo Mössner

Antragsteller/in HAUEN UND STECHEN - Lwowski Kronfoth Musiktheaterkolletiv

Veranstaltungstermin 13.12. 15.-17.12.

Veranstaltungsort Sophiensäle Festsaal

Förderbetrag 75.000

Kooperationen Athénée Théâtre Louis-Jouvet, Sophiensäle

Internetseiten www.hauen-und-stechen.com

Pressestimmen

Volk unter Verdacht

Dokumentarisches Musiktheater von Ulrike Ruf

Musik von Iris ter Schiphorst

mit Vocalconsort Berlin

Misstrauen, Kollaboration, Weigerung und Aufbegehren: Nichts war in der DDR so geheim und so folgenschwer wie die Arbeitsweise der Staatssicherheit. Unzählige Mitarbeiter und Informanten trugen Datenmengen zusammen, deren Hinterlassenschaft heute einen Einblick in das perfide und ausgeklügelte Überwachungssystem gibt. Das dokumentarische Musiktheaterstück "Volk unter Verdacht" der Regisseurin Ulrike Ruf und der Komponistin Iris ter Schiphorst setzt sich anhand von Originaldokumenten aus Archiven der Stasiunterlagen-Behörde (BStU) mit dem DDR-Apparat auseinander. Im Zentrum stehen Auszüge aus den dokumentarisch-literarischen Erinnerungsprotokollen des Dissidenten Jürgen Fuchs, die während seiner Haft im Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen entstanden sind. Zusammen mit Dokumenten der Stasi-Akten verdeutlichen sie die Brisanz der massenhaften Überwachung für den einzelnen Menschen und zeigen, wie die Arbeitsweise der Stasi ein Klima von Angst und Misstrauen schuf. Als 15-köpfiger Chor bildet das Vocalconsort Berlin die Gesellschaft zwischen Individuum und Kollektiv ab. Der Chor interagiert musikalisch und szenisch mit den projizierten Originalvideos und Tondokumenten sowie mit den Kompositionen von Iris ter Schiphorst. Das Publikum erfährt sich selbst sowohl in Täter- als auch Opferposition, wenn es die Perspektive eines Stasi-Mitarbeiters einnimmt oder den bohrenden Fragen eines Vernehmers ausgesetzt ist. In einem partizipativen Prozess verhandelt "Volk unter Verdacht" die bis in die Gegenwart reichenden gesellschaftlichen Auswirkungen der systematischen Überwachung in der DDR - und lenkt den Blick gleichzeitig auf die heutige Alltäglichkeit massenhafter Datensammlung.

Antragsteller/in Ulrike Ruf

Veranstaltungstermin 14. - 16. Dezember 2017 um 20:00 17. Dezember 2017 um 18.00 Uhr

Veranstaltungsort Radialsystem V, Holzmarktstraße 33, 10243 Berlin

Förderbetrag 130.000€

Kooperationen Kompositionsauftrag von Vocalconsort Berlin, finanziert durch die Ernst von Siemens Stiftung. In Kooperation mit RADIALSYSTEM V. Mit Dank an Lilo Fuchs, den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Internetseiten www.radialsystem.d...acht-AT.html