KREUZ WEG von Mia Florentine Weiss

Anlässlich des 100. Jahrestages des Friedensvertrags von Versailles transformiert die Berliner Künstlerin Mia Florentine Weiss das Hauptschiff der Nikolaikirche in einen universellen Kreuzweg.

 

Assoziationsreich reflektiert die raumgreifende Installation eines begehbaren, auf einem Erdhügel ruhenden Kreuzes die Folgen eines Krieges, in den die deutschen Soldaten „mit Gott“ gezogen waren, sowie die Auswirkungen des anschließenden Versailler „Friedens“. Dabei schlägt die Künstlerin den Bogen bis zu den heutigen Debatten um ein vereintes Europa.

 

Kulturelle Identität und Begegnung

Das physische Erlebnis dieses Kreuzweges konfrontiert die Besucherinnen und Besucher mit Fragen ihrer kulturellen Identität. Zugleich vermittelt es Erfahrungen von Begegnung und Aussicht.

 

Die Erde, auf der das Kreuz aufgebahrt ist, hat die Künstlerin aus 47 europäischen Staaten nach Berlin gebracht. Mithilfe der digitalen Plattform "A Handful of Europe" ist es weltweit möglich, diese Reise zu verfolgen und als Bekenntnis zur europäischen Integration auch selbst Erde an die Künstlerin zu schicken.

Antragsteller/in Stiftung Stadtmuseum Stadtmuseum

Veranstaltungstermin 06.09.-24.11.2019

Veranstaltungsort Museum Nikolaikirche, Nikolaikirchplatz 10178 Berlin

Förderbetrag 95.000 €

Internetseiten https://www.stadtm...en/kreuz-weg

RADIOSANDS

RADIOSANDS von Thom Kubli

 

Unsere Mobilität lässt uns Räume passieren, die von medialer Information aufgeladen sind. Wir bewohnen psychologische Landschaften, die von den Emissionen von Smartphones und mobilen Gadgets, von Fernseh- und Radiosendungen durchwoben sind. Die schnelle Auswahl von Informationspartikeln aus unterschiedlichsten Quellen hat sich zu einem gängigen Konsum-Habitus entwickelt. Wie aber wird unsere Wahrnehmung dadurch beeinflusst? Verbinden sich die Versatzstücke aus Sprache, Musik und medialem Rauschen zu einer genuin neuen Bedeutungsebene?

 

Radiosands ist eine begehbare Installation, in der mehrere gleichzeitig stattfindende Radiosendungen analysiert und neu zusammengesetzt werden. Die Installation nutzt die Geschwindigkeit und algorithmische Potenz digitaler Technik, um eine neue Erfahrung zu schaffen: Eine Echtzeit-Collage von klanglichen Fragmenten, die innerhalb einer raumgreifenden Skulptur erfahrbar gemacht wird. Die räumlich-zeitliche Choreographie der akustischen Teilchen entwickelt sich zu einer neuen Einheit.

 

Die Installation besteht aus sechzehn FM-Radioempfängern, die im Ausstellungsraum angeordnet sind. Die Radioempfänger wurden eigens für die Arbeit entwickelt und verfügen über eine spezielle Software, durch die sie gesteuert werden und ihre klangliche Dynamik frei variiert werden kann. Es wird eine Choreographie von Audio-Cuts ermöglicht, die in Echtzeit aus den laufenden Radioprogrammen selektiert werden. Die Platzierung der Radiogeräte verleiht den klanglichen Versatzstücken eine räumliche Struktur.

 

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit von Thom Kubli mit Wissenschaftler_innen des Instituts für Angewandte Simulation der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

Antragsteller/in Thom Kubli

Veranstaltungstermin 22.08-01.09.2019

Veranstaltungsort Haus am Lützowplatz

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Hauptstadtkulturfonds Berlin, ZHAW Zürich, Göhner Stiftung, Hasler Stiftung, Migros Kulturprozent, HeK Basel, Speechmatics

Internetseiten thomkubli.net/radiosands-eng/