Geschichte vom Soldaten

Musik von Igor Stravinsky

Texte von Charles-Ferdinand Raums

Übersetzung Elisabeth Plessen

Idee Etta Scollo

Ausstattung Mimmo Paladino

Regie Atif Hussein

Es musizieren Mitglieder der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Violine: Riley Skevington, Kontrabass: Philipp Dose, Klarinette: Liane Leßmann, Fagott: Javier Biosca Bas,

Trompete: Markus Mayr, Posaune: Jonathan Ramsey, Schlagzeug: Christian Sobbe

Musikalische Leitung Stanley Dodds

Es spielen und erzählen Etta Scollo

und die Puppenspieler Ines Heinrich-Frank, Sebastian Fortak und Paul Hentze

 

Igor Strawinskys „Histoire du soldat“, dessen Uraufführung sich im September 2018 zum 100. Mal jährt, präsentiert sich vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges als doppelbödiges Spiel: Einerseits erzählt es im scheinbar unschuldigen Volkston von einem Deserteur, der einen Pakt mit dem Teufel eingeht und dabei aus der Zeit fällt. Andererseits verhandelt das faustische Märchen zwischen den Zeilen bleibende Wahrheiten vor der Kulisse eines verheerenden Krieges. Zur 100-jährigen Entstehung der „Geschichte vom Soldaten“ – und zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges – schlüpft die in Berlin lebende sizilianische Sängerin und Komponistin Etta Scollo in die Rolle eines cuntastorie, eines sizilianischen Geschichtenerzählers. Bezugnehmend auf die Tradition der pupi, die aus den Erzählungen der cuntastorie hervorgingen, soll eine Puppe den Soldat darstellen. Zu Etta Scollos deklamatorischer Kunst sollen sich verbale Zwischenspiele auf Sizilianisch fügen, die der Inszenierung eine unerhörte Note geben. In ihnen wird die zeitliche und ästhetische Distanz zwischen der Entstehungszeit und der Gegenwart aufgehoben. Weil der Text von Ramuz – in der behutsamen, poetischen Übersetzung von Elisabeth Plessen – beim Wort genommen wird, öffnet sich zwischen den Zeilen ein Freiraum für Assoziationen, die Platz für eigene Gedanken zum Thema und zur Figurenkonstellation bieten, die in ihrer nur scheinbar simplen Anordnung Fragen nach der Identität von Erzähler, Teufel und Soldat aufwerfen. Wer ist hier eigentlich wer – und wer wird von wem gespielt? Die Ausstattung verantwortet Mimmo Paladino, Vertreter der italienischen Transavanguardia.Es spielen Mitglieder der Karajan-Akademie unter Leitung von Stanley Dodds.

 

Antragsteller/in Scollo/Spinazzi GbR

Veranstaltungstermin SA 1. Dezember 2018 um 20 Uhr SO 2. Dezember 2018 um 16 und 20 Uhr

Veranstaltungsort Radialsystem

Förderbetrag 119.000

Kooperationen Radialsystem, Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Internetseiten www.geschichte-vom-soldaten.de