English

Projekt

EVA BESNYÖ Fotografin 1910-2003 - Budapest.Berlin.Amsterdam

 

Antragsteller/in

Das Verborgene Museum e.V.

Termin

Eröffnung 27.10.2011
Ausstellung 28.10.2011 - 27.02.2012

Veranstaltungsort

Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Kooperation

Berlinische Galerie

Inhalt

EVA BESNYÖ Fotografin 1910 - 2003: Budapest – Berlin – Amsterdam
DAS VERBORGENE MUSEUM zu Gast in der Berlinischen Galerie

Eva Besnyö (1910 -2003) bekam im Frühjahr 1929, sie war 19 Jahre alt und im ersten Lehrjahr bei dem Budapester Fotografen József Pécsi, das Fotobuch „Die Welt ist schön“ mit 100 Aufnahmen des neusachlichen Fotografen Albert Renger-Patzsch geschenkt. Seine Aufnahmen von Pflanzen und Tieren, Landschaften und Industriebauten eröffneten ihr eine ganz neue Art die Welt zu sehen: „Noch nie habe ich die Welt aus solcher Nähe gesehen … Es gab mir eine komplett neue Perspektive … Renger-Patzsch isolierte Teile von einem Ganzen, bildete ein Detail ab und zeigte davon die Schönheit“.
1930 entscheidet sich Eva Besnyö nach Berlin zu gehen. Paris ist passé, du musst nach Berlin, hatte der ungarische Maler und Fotograf, György Kepes, die junge Eva Besnyö überredet. Ihr Vater hätte es lieber gesehen, wenn sie nach Paris gegangen wäre.
Besnyös Fotografien, die zwischen Herbst 1930 und Spätsommer 1932 in Berlin entstanden sind, zeugen von einem überwältigenden Können der jungen Fotografin. Sie hat die Menschen auf der Straße beobachtet, den Passanten und spielenden Kindern galt ihre Empathie. In den Sommerferien war sie bei der Familie in Ungarn am Balaton oder im Sommerhaus in Mátyásföld in der Nähe von Budapest; zu den Aufnahmen, die hier entstanden sind, gehört auch der „Junge mit Cello“, das Bild des heimatlosen Tramps, das sie in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. 1932 verlässt Eva Besnyö wegen der wachsenden antisemitischen Ausschreitungen von Seiten der Nationalsozialisten Berlin in Richtung Amsterdam.

Unterstützt durch einen Kreis um die Malerin Charley Toorop, den Filmemacher Joris Ivens und den Designer Gerrit Rietveld, erfuhr Besnyö, inzwischen verheiratet mit dem Kameramann John Fernhout, schon bald öffentliches Ansehen als Fotografin. Eine Einzelausstellung 1933 in der international renommierten Kunst-Galerie Van Lier machte sie mit einem Schlag in den Niederlanden bekannt. Einen weiteren Durchbruch erlebte Besnyö daraufhin mit Portraitaufnahmen und mit ihrer Architekturfotografie: die Übertragung der Idee des funktionalistischen Neuen Bauens in das Neue Sehen.
In der zweiten Hälfte der 30er Jahre engagierte sich Besnyö intensiv kulturpolitisch wie z.B. 1936 bei der Anti-Olympiade-Ausstellung „D-O-O-D“ (De Olympiade onder Diktatuur); im Jahr darauf, 1937, kuratierte sie im Stedelijk Museum Amsterdam die internationale Ausstellung „foto`37“.
Der Einmarsch der deutschen Truppen im Mai 1940 bedeutete für die Jüdin Eva Besnyö sich im Untergrund versteckt zu halten. In den Nachkriegsjahren von einer humanistisch geprägten Weltanschauung angezogen, waren ihre Fotografien geradezu stilbildend für den Neorealismus und wie geschaffen für die moralisch intendierte Ausstellung „Family of Man“ (1955).
Den klassischen Konflikt der Frauen zwischen Erziehung und Beruf hat die Mutter zweier Kinder als Zerreißprobe am eigenen Leibe erlebt. Folgerichtig wurde Besnyö während der 70er Jahre zur Aktivistin der niederländischen Frauenbewegung "Dolle Mina", setzte sich öffentlich für Gleichberechtigung ein und dokumentierte mit der Kamera Demonstrationen und Straßenproteste.
Die erste Retrospektive in Deutschland mit 140 Vintages macht das Publikum mit Leben und Werk der überzeugten Weltbürgerin und Grande Dame der niederländischen Fotografie bekannt.
Begleitpublikation:
BECKERS, Marion; MOORTGAT, Elisabeth [Hrsg.]: Eva Besnyö 190-2003. Budapest-
Berlin-Amsterdam. Katalogbuch zur Ausstellung in Berlin, DAS VERBORGENE MUSEUM zu Gast in der Berlinischen Galerie-Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, 248 S.
ISBN 978-3-7774-4141-2, München: Hirmer, 2011


www.dasverborgenemuseum.de
www.berlinischegalerie.de

 

Zurück