Griehn FM - Brecht und die Bäume

Griehn FM - Brecht und die Bäume

 

von Eva Löbau und Die Bairishe Geisha feat. Christiane Rösinger und Masako Ohta

 

Das HAU Hebbel am Ufer (HAU1) - Theater ist wie ein altes Radio und das Innere eines Radios ist wie ein Wald. Die Seilzüge und Kabel sind wie Drähte wie Äste und Zweige von Bäumen. Hier ist eine freundschaftliche Reisegruppe (moderne Städtebewohnerinnen) unterwegs zu den Landschaften und den Bäumen ihres Lebens,

um neue Lebensstrategien zu entwickeln oder wenigsten, um von den großen Pflanzen

zu lernen in Würde zu altern.

 

Im Dickicht des Waldes fahren sie gegen einen

Baum. Das Autoradio empfängt nur noch ein Sender: Griehn FM, das Programm für Bäume. Das Programm von Brecht für Bäume. Denn seine

Verse sind es, die die Macherinnen von Griehn FM vertonen.

 

Brecht, für den als politischen Dichter in finsteren Zeiten „ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen“ war, "weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt", schrieb Zeit seines Lebens Gedichte an und für Bäume.

In seiner bayerischen Jugend, an den wechselnden, oft idyllischen Orten seiner Exilreise, in Berlin und Buckow. Der Baum ist für Brecht in allen Lebensphasen ein ansprechbares Gegenüber.

Die Ausbeutung des Waldes, ein wiederkehrendes Motiv in seinem Werk, spiegelt die Ausbeutung des Menschen.

Die Macherinnen von Griehn FM ziehen daraus die Konsequenz, die Botschaft aus Brechts Solidaritätslied für die Proletarier*innen aller Länder

auf die Bäume aller Wälder auszudehnen.

 

Nach dem Unfall im Wald bekommt die Sendung für die Reisegruppe eine neue Tragweite. So wie Auto und Baum kollidieren, prallen auch ihre Erlebnisse auf Ereignisse aus Brechts Leben und Werk

und vermischen sich. Und wie oft die Hauptfiguren in seinen Theaterstücken, sind auch sie gespaltene Persönlichkeiten...

 

Eva Löbau und die Bairishe Geisha mit den Musikerinnen Christiane Rösinger und Masako Ohta verbinden in ihrer kollektiven Stückentwicklung eine surreale Erzählweise mit der Brechtschen

Montagetechnik der wertschätzenden Aneignung zu einem Vexierspiel aus theatraler Behauptung und persönlicher Erfahrung.

Sie leben in Zeiten, in denen das Schweigen über Bäume fatal wäre.

 

Von und mit Eva Löbau, Judith Huber, Vivien Mahler, Masako Ohta, Christiane Rösinger, Eike Böttcher, Jelka Plate, Jones Seitz, Martina Neu

Antragsteller/in Eva Löbau

Veranstaltungstermin 6. März / 7. März / 8. März / 9. März 2020

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer (HAU1)

Förderbetrag 46.000 Euro

Kooperationen HAU Hebbel am Ufer

The Bitter End - eine Stand-up-Tragedy

Die erfolgreiche Stand Up Tragedy von bigNOTWENDIGKEIT ist zurück und verwandelt das Ballhaus Ost erneut: Die Bühne erscheint in blau-rotem Licht, Sitznischen, Tischbeleuchtung, klirrende Eiswürfel, eine Showband, ein Tusch, ein Lichtkegel, ein Mikrofon: Hallo Berlin! Hallo New York! Wie geht es euch heute Abend? Nichts ist lustig oder alles ist lustig. Wenn ihr wollt. Wollt ihr?

The Bitter End ist ein Stand-Up-Act auf einer Theaterbühne. Ausgangsmaterial ist ein Theatertext von Esther Becker, der komisch und distanziert vom Alltag eines langsam fortschreitenden Untergangs erzählt. In der Stadt, die niemals schläft, entgleitet die Heldin Schritt für Schritt der Welt. Zunächst sind es nur Banalitäten, die ihr zusetzen. Enttäuschte Erwartungen. Eine Schreibblockade. Überforderung. Dann die gesperrte Kreditkarte, drohende Obdachlosigkeit, der Kontrollverlust über das eigene Leben.

bigNOTWENDIGKEIT untersucht in The Bitter End – Eine Stand-Up Tragedy die mutige wie persönliche Gratwanderung zwischen Humor und Tragik im Alleingang. Sebastian Janata, Laura Landergott – u.a. Mitglieder der Band Ja, Panik – und Doreen Kutzke begleiten als Showband den Abend, unterstützen die Erzählung, intervenieren, schießen quer. Es darf gelacht werden, es darf geweint werden. Oder beides. Das kann nicht gut gehen. Das kann nur gut werden.

 

Konzept, Regie: Anna K. Becker

Text, Performance: Esther Becker

Dramaturgie: Katharina Bischoff

Musikalische Leitung, Musik, Performance: Sebastian Janata

Musik, Performance: Doreen Kutzke, Laura Landergott

Licht: Susana Alonso

Tontechnik: David Ackermann

Projektassistenz: Christopher-Felix Hahn

Kommunikation: Nora Linnemann

Grafik: Sarah Parsons

Produktion ehrliche arbeit – freies kulturbüro

 

Eine Produktion von bigNOTWENDIGKEIT in Kooperation mit dem Ballhaus Ost. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Antragsteller/in bigNOTWENDIGKEIT

Veranstaltungstermin 26. | 27. | 29. Februar 2020 jeweils 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Ballhaus Ost Berlin

Förderbetrag 15.000 Euro

Kooperationen www.ballhausost.de

Internetseiten www.bignotwendgkeit.com

Pressestimmen