Rethinking Conceptualism: Avant-Garde, Activism and Politics in Latin American Art (1960s-1980s)

Zwischen den 1960er und 1980er Jahren standen einige lateinamerikanische Länder unter Militärherrschaft. Zu dieser Zeit erlebte Lateinamerika eine Welle des Aufbruchs, eine Zunahme des sozialen Bewusstseins, die für mehr soziale Gerechtigkeit eintrat, beeinflusst unter anderem durch die kubanische Revolution (1953-1959) und andere sozialistische Initiativen. Außerdem mussten neue Wege gefunden werden, um die lokale Wirtschaft aufrechtzuerhalten ohne das Monopol und den Profit internationaler Unternehmen akzeptieren zu müssen. In diesem Zusammenhang verbreiteten sich in der gesamten Hemisphäre sozialistische Ideen, hauptsächlich gegen den US-Imperialismus.

 

Durch diesen politischen Umbruch entstand ein Gefühl der Einheit unter vielen lateinamerikanischen Ländern. Trotz der Tatsache, dass die lateinamerikanischen Länder in unterschiedlichem Maße Auslandsinterventionen erlitten und durch verschiedene gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen geprägt waren, gab es ein verbindendes Element, das sie einte: der Kampf für soziale Gerechtigkeit und das Verlangen nach sozialen Veränderungen. Der gemeinsame Geist der Übereinstimmung und der Internationalismus, die als Folge dieser gesellschaftlichen und politischen Umstände entstanden, ebneten den Weg für eine Reihe von Netzwerken der Solidarität und der Proteste.

 

Unter diesen Bedingungen entwickelte sich bei einigen lateinamerikanischen Künstler*innen eine Wahrnehmung der Kunst als Instrument des Widerstands. Gleichzeitig begannen einige Künstler*innen und Kritiker*innen nach Formen zu suchen, um die künstlerischen Produktionen jener Zeit zu beschreiben, die sie als charakteristisch für den lateinamerikanischen Subkontinent erkannten.

 

"Rethinking Conceptualism: Avant-Garde, Activism and Politics in Latin American Art (1960s-1980s)" möchte einen Überblick über Kunstpraktiken in Lateinamerika in den 1960er bis 1980er Jahren geben und dabei aufzeigen, wie sich diese vom gängigen europäischen und US-amerikanischen Kanon der Konzeptkunst unterscheiden. Ziel ist es, diesen in Deutschland wenig bekannten Moment der Kunstgeschichte einzuführen und eine Diskussion zu eröffnen, wie die lateinamerikanischen Künstler*innen mit dem Potenzial von Kunst, Politik und Avantgarde umgegangen sind.

 

Darüber hinaus möchte das Projekt, ausgehend von Werken der Protagonisten jener Zeit, die Verbindungen zwischen Lateinamerika und Deutschland sichtbar machen. Wie diese Verbindungen bis heute fortwirken, wird am Beispiel einer Ausstellung mit Werken von in Berlin lebenden lateinamerikanischen Künstler*innen, die aus der Diaspora einen Blick auf Lateinamerika werfen, dargestellt.

 

Programm:

 

27.-28. April 2020

Symposium

Ibero-Amerikanisches Institut, Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin

 

27. April: 14:00 - 20:00 Uhr

28. April: 10:00 - 16:00 Uhr

 

Das Symposium über Konzeptkunst aus Lateinamerika wird sich, unter anderem, folgenden Themen widmen: Kunsttheorien aus Lateinamerika, Möglichkeiten der Darstellung von Kunst, Künstlerarchive und Aktivismus; Kunst, Erinnerung und Gewalt; lateinamerikanische Künstlerinnen, Konferenzen über die Havanna Biennale und das "Erste lateinamerikanisches Kolloquium über nicht objektive Kunst und urbane Kunst" in Medellín und eine Diskussionsrunde über den Begriff "lateinamerikanische Kunst".

 

Vortragende:

 

Luis Camnitzer, Künstler und Theoretiker, New York

Ana Longoni, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Leiterin für öffentliche Aktivitäten,Museo Reina Sofía, Madrid

Gerardo Mosquera, freier Kurator und Kunstkritiker, La Habana/Madrid

Lisette Lagnado, Kuratorin und Autorin, Co-Kuratorin 11. Berlin Biennale, São Paulo/Berlin

Joaquín Barriendos, Kurator und Forscher, Instituto de Investigaciones Estéticas, UNAM, Mexiko-Stadt

Cecilia Fajardo-Hill, Kunsthistorikerin und unabhängige Kuratorin, Südkalifornien

Víctor Vich, Forscher und Autor, ordentlicher Professor, Pontificia Universidad Católica del Perú und Escuela Nacional de Bellas Artes, Lima

Claudia Calirman, Kunsthistorikerin und unabhängige Kuratorin, außerordentliche Professorin für Kunstgeschichte am John Jay College of Criminal Justice, New York

Emilio Tarazona, unabhängiger Kurator, Lima/Bogotá

Vania Markarian, Historikerin, Generalarchiv der Universidad de la República, Montevideo

María Mercedes Herrera Buitrago, Kunsthistorikerin und freie Kuratorin, Bogotá

Óscar Ardila Luna, Kunsthistoriker und freier Kurator, Berlin

Fernanda Carvajal, Soziologin und Forscherin, Mitglied der Red de Conceptualismos del Sur, Santiago de Chile/Buenos Aires

Jorge Lopera, unabhängiger Forscher und Kurator, Medellín/Mexiko-Stadt

 

Die Veranstaltung wird in englischer und spanischer Sprache stattfinden, mit Simultanverdolmetschung in beide Sprachen

 

28. April - 3. Mai 2020

Ausstellung "Between Personal Chronicles and Collective Memory"

Instituto Cervantes Berlin, Rosenstraße 18, 10178 Berlin

 

Eröffnung: 28. April 2020, 19:00 Uhr

Künstler*innengespräch: 30. April 2020, 19:00 Uhr

 

Künstler*innen:

María Linares (Bogotá/Berlin)

Daniela Lehmann Carrasco (Santiago de Chile/Berlin)

Ana María Millán (Cali/Berlin)

Yoel Díaz Vázquez (La Habana/Berlin)

 

Kuratiert von Katerina Valdivia Bruch

 

Öffnungszeiten:

Mittwoch-Sonntag, 11:00 - 19:00 Uhr

Die Ausstellung ist während des Gallery Weekend Berlin geöffnet

 

29. April 2020, 19:00 Uhr

Diskussion: Drittes Kino und Internationalismus

Ibero-Amerikanisches Institut, Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin

 

Die Diskussion "Drittes Kino und Internationalismus" wird sich mit internationalistische Strategien im Dritten Kino auseinandersetzen und sich dabei mit Netzwerken der Zusammenarbeit und des Austauschs, dem Vertrieb von Archiven und Filmen, sowie Treffen, Festivals und Filmvorführungen beschäftigen.

 

Es diskutieren:

 

Mariano Mestman, Kulturwissenschaftler, CONICET-UBA, Buenos Aires

Olivier Hadouchi, Filmwissenschaftler (PhD in Filmwissenschaften) und Kurator, Paris

Cecilia Lacruz, Forscherin in Filmwissenschaften, Grupo de Estudios Audiovisuales, GEstA-UdelaR, Montevideo

Miguel Errazu, Filmwissenschaftler, Postdoktorand, Universidad Autónoma Metropolitana, Lerma, Mexiko

 

Die Veranstaltung findet in spanischer Sprache mit englischer Simultanübersetzung statt

 

29.-30. April 2020

Workshops am Ibero-Amerikanischen Institut und am Instituto Cervantes Berlin

 

29. April 2020, 14:00 - 17:00 Uhr

Ibero-Amerikanisches Institut

Potsdamer Straße 37, 10785 Berlin

 

Workshops über Kunstgeschichte und Kuratieren in Lateinamerika, mit Claudia Calirman und Joaquín Barriendos

 

Die Workshops werden in englischer Sprache stattfinden

 

30. April 2020, 14:00 - 17:00 Uhr

Instituto Cervantes Berlin

Rosenstraße 18, 10178 Berlin

 

Workshops zur Erstellung von Erinnerungen, mit den Künstler*innen María Linares, Daniela Lehmann Carrasco und Yoel Díaz Vázquez

 

Die Workshops werden in deutscher, englischer und/oder spanischer Sprache stattfinden

 

Ein Projekt von Katerina Valdivia Bruch

 

In Zusammenarbeit mit: Ibero-Amerikanisches Institut, Instituto Cervantes Berlin

 

Gefördert von: Hauptstadtkulturfonds, Institut für Auslandsbeziehungen e.V.

 

Mit freundlicher Unterstützung von: Botschaft von Uruguay in Berlin, Botschaft von Chile in Berlin, Magazin OnCurating.org

Antragsteller/in Katerina Valdivia Bruch

Veranstaltungstermin 27. April - 3. Mai 2020

Veranstaltungsort Ibero-Amerikanisches Institut, Instituto Cervantes Berlin

Förderbetrag 41.000,00 €

Kooperationen Ibero-Amerikanisches Institut, Instituto Cervantes Berlin

Internetseiten https://rethinking...tualism.com/