Jury

Die Jurymitglieder werden vom Gemeinsamen Ausschuss auf Vorschlag des Kurators bzw. der Kuratorin für zwei Jahre berufen. Dabei ist eine Verlängerung um ein Jahr möglich. Vorschlagsberechtigt sind der Bund und das Land Berlin.

Die Mitglieder der Jury sollen mit dem kulturellen Leben Berlins vertraut sein, die jüngsten Entwicklungstendenzen in der nationalen und internationalen Kulturszene kennen, im aktuellen Kunstdiskurs stehen und in der Lage sein, ausgewogene Förderentscheidungen über alle Sparten zu treffen und zu vertreten.

Mit­glieder

Der Bund und Berlin haben sich auf Vorschlag des Kurators bzw. der Kuratorin auf die Berufung folgender Jury für den Hauptstadtkulturfonds verständigt:

Tatiana Bazzichelli, Ph.D. Informations- und Medienwissenschaften (Aarhus Universität, Dänemark, 2011), ist Wissenschaftlerin und Autorin, Künstlerische Leiterin und Kuratorin des Konferenzprogrammes „Disruption Network Lab“. 2011-2014 war sie als Programmkuratorin beim Festival transmediale tätig und leitete dort das Projekt „reSource transmedial culture berlin“, das sich mit Networking und Forschung innerhalb des Festivals beschäftigt. 2016-2017 war sie Lehrbeauftragte in den Lehrgebieten Kultur und Vermittlung, Medientheorie und Praxis, Studiengang Kulturarbeit an der Fachhochschule Potsdam. 2014 promovierte sie als Postdoc wissenschaftliche Mitarbeiterin in Digitaler Kultur an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie veröffentlichte u.a. die Bücher Networked Disruption und Disrupting Business (2013) und Networking. La Rete come arte | The Net as Artwork (2006). Sie hat zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert, darunter Samizdata (NOME, Berlin, 2015), Networked Disruption (Škuc Galerie, Ljubljana; Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Rijeka, 2015), HACK.Fem.EAST (2008) und Hack.it.art (2005) im Berliner Kunstraum Kreuzberg /Bethanien. Im Jahr 2001 gründete Bazzichelli das auf der Ars Elektronica ausgezeichnete Projekt AHA: Activism-Hacking-Artivism.

 

Thomas Böhm, Autor, Literaturvermittler und Moderator, lebt in Berlin. 1999 übernahm er die Programmleitung des Literaturhauses Köln. Bis 2010 konzipierte und organisierte Böhm über 1.000 Lesungen, unter anderem mit zahlreichen Trägern des Literatur-Nobelpreises. 2003 proklamierte Böhm erstmals die Autorenlesung als eigene literarische Kunstform. Er arbeitete für den Ehrengastauftritt Islands bei der Frankfurter Buchmesse 2011, an dessen Durchführung er als literarischer Programmleiter mitwirkte. Von 2012 bis 2014 war Böhm Programmleiter des Internationalen Literaturfestivals Berlin. 2014 war er im Auftrag des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes Kurator des Auftritt Schweiz bei der Leipziger Buchmesse. Neben literaturvermittelnden Tätigkeiten ist Böhm zudem Literaturkritiker, Moderator und Kolumnist unter anderem für Radio Bremen und den RBB.

 

Shirin Sojitrawalla, Theater- und Literaturkritikerin, wurde 1968 in Freiburg im Breisgau als Tochter eines indischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Sie studierte Germanistik, Komparatistik und Politikwissenschaften in Marburg und in Mainz. Danach absolvierte sie ein Redaktionsvolontariat bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit dem Jahr 2000 ist sie als freiberufliche Kulturjournalistin für verschiedene Medien tätig. Hauptsächlich beschäftigt sie sich mit Theater und Literatur, mit Ausflügen in die bildende Kunst und ins Kino. Zurzeit arbeitet sie vornehmlich für nachtkritik.de, den Deutschlandfunk, die taz, Theater der Zeit, die Frankfurter Rundschau und die Wiener Zeitung. Zudem organisiert sie in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Wiesbaden Festivals und moderiert Lesungen. Von 2006 bis 2016 moderierte sie die SR-Mitternachttalks beim Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken. Von 2016 bis 2020 gehörte sie der Jury zum Berliner Theatertreffen an.

Lisa Marei Schmidt (*1978) ist seit Oktober 2017 Direktorin des Brücke-Museums. Sie studierte Kunstgeschichte und Neuere Deutsche Literatur in Marburg, Amsterdam und Berlin. Am Londoner Royal College of Art absolvierte sie eine zweijährige Kuratorenausbildung und arbeitet seitdem in verschiedenen großen Museen, u.a. im Museum Folkwang Essen und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. 2012-2017 war Lisa Marei Schmidt Kuratorin an der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, wo sie u.a. Projekte wie Body Pressure. Skulptur seit den 1960er Jahren, A–Z. Die Sammlung Marzona, Fluids. A Happening by Allan Kaprow, 1967/2015 oder Carl Andre. Sculpture as Place (in Kooperation mit der Dia Art Foundation) realisierte. 2017 kuratierte sie die Ausstellung Ed Atkins. Old Food im Martin-Gropius-Bau. Von 2015-2017 war sie Jurymitglied des Fonds Perspektive.

Dr. Franz Anton Cramer ist Tanzwissenschaftler und Autor. Er forscht seit 2003 über Archivprozesse der Aufführungskünste mit Schwerpunkt Tanz. Als Lehrbeauftragter ist er an künstlerischen und wissenschaftlichen Hochschulen tätig, zuletzt am HZT Berlin und an der Universität Salzburg. Von 2007 bis 2013 war er Fellow am Collège international de philosophie zu Paris, 2011 Villa Kamogawa-Stipendiat des Goethe-Institut Kyoto. Gemeinsam mit Barbara Büscher gibt er seit 2009 das E-Journal MAP – Media Archive Performance (www.perfomap.de) heraus. 2008 erschien von ihm die Monographie In aller Freiheit. Tanzkultur in Frankreich zwischen 1930 und 1950 (Parodos Verlag Berlin).

Dr. Juliana Hodkinson ist Komponistin, seit 2009 wohnhaft in Berlin. Sie studierte Musikwissenschaft und Philosophie am Kings College Cambridge, Japanisch an der Sheffield University und promovierte über Stille in Musik und Klangkunst an der Universität Kopenhagen. Hodkinson ist ehemaliges Vorstandsmitglied der initiative neue musik berlin, des Dänischen Komponistenverbands sowie Vorsitzende des dänischen Staatlichen Kunstfonds. Aktuell ist sie Vorstandsmitglied der Carl Nielsen Stiftung, Associate Professor in Komposition an der Grieg Academy, Bergen und Dozentin in Klassische und Elektronische Komposition am Musikkonservatorium Aarhus. Sie erhielt Kompositionsaufträge unter anderem vom Konzerthaus Berlin, BBC Scottish Symphony Orchestra, WDR SO, Haus der Kulturen der Welt, Phønix16, Ensemble KNM, Neue Vocalsolisten.